Am 19. April 2026 um 17:00 Uhr findet im Saminapark eine besondere Zeitzeugenveranstaltung mit Elisabeth Ganglberger statt. In einem persönlichen Gespräch gibt sie Einblicke in ihre Lebensgeschichte und macht ein Kapitel der Zeitgeschichte aus individueller Perspektive nachvollziehbar.
Im Mittelpunkt steht eine Präsentation, die historische Ereignisse anhand persönlicher Erinnerungen erfahrbar macht. Elisabeth Ganglberger wurde 1940 als Rachel Elisabeth Modern in Shanghai geboren. Ihre Eltern, ein jüdischer Arzt aus Wien und eine katholische Bäuerin aus dem Weinviertel, mussten nach den Novemberpogromen aus Österreich fliehen.
In Shanghai arbeitete ihr Vater zunächst als Arzt, bevor politische Entwicklungen dazu führten, dass jüdische Flüchtlinge in einem abgegrenzten Gebiet zusammengefasst wurden. In dieser später als Ghetto bezeichneten „Designated Area“ kam Elisabeth zur Welt. Die Lebensbedingungen waren von Entbehrungen geprägt.
1947 kehrte die Familie mit Unterstützung der USA nach Österreich zurück und begann in Wien mit nur einem Koffer neu. Die gesundheitlichen Folgen der Jahre im Exil führten zum frühen Tod des Vaters. Elisabeth Ganglberger setzte dennoch ihren Bildungsweg fort, besuchte ein Gymnasium und studierte Chemie. Zu Beginn ihres Studiums änderte sie aus Angst vor Antisemitismus ihren Namen.
Bis heute engagiert sie sich in der Erinnerungsarbeit, unter anderem für Ausstellungen und seit 2024 bei erinnern.at. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, Geschichte aus erster Hand zu erleben und persönliche Erfahrungen in einen historischen Kontext einzuordnen.
