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Ilse Mock in der Polit-Pension

Nach knapp 16,5 Jahren im Amt als Vizebürgermeisterin und 25 Jahren in der Gemeindevertretung wurde Ilse Mock am 30. September 2020 im Rahmen der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung verabschiedet.

Mag. Michaela Gort wurde zur Nachfolgerin von Ilse Mock gewählt.

„Alle sollen sich in Frastanz wohlfühlen und die Marktgemeinde als ihre Heimat erleben können“: Diesem Ziel folgend hat Ilse Mock als engagierte Gemeindevertreterin, Gemeinderätin und Vizebürgermeisterin knapp ein Vierteljahrhundert lang eine Vielzahl von Initiativen gestartet, von denen einige landesweit Nachahmung gefunden und sogar zu bundesweiten Auszeichnungen geführt haben.

Das internationale Kochbuch „Frastanz bittet zu Tisch“, das Sprachfördernetzwerk, der Fraschtner Treff, das Fest der Kulturen im Gemeindepark, die Familienlotsinnen, die Organisation des beliebten Seniorenfaschings, Aktionen zum bewussten Umgang mit Alkohol, die Beleuchtung des Christbaums im Gemeindepark, die Einrichtung einer Kinder-Service-Stelle im Rathaus... Die Liste der von Ilse Mock gestarteten Projekte ist lang.

Von 1997 bis 2020 war Ilse Mock Mitglied des Gemeindevorstandes und federführend für die Themen Soziales, Integration, Jugend, Kinder und Familien zuständig. Das Thema Kinderbetreuung war ihr von Anfang an ein besonders Anliegen. Sie sah die Belastung von Müttern - speziell von Alleinerziehenden - zu einer Zeit, als Ganztagsbetreuung in den Kindergärten im ganzen Land noch quasi ein Fremdwort war. Um den Gemeindevorstand davon zu überzeugen, dass mehr Kinderbetreuung wichtig ist, startete sie eine Umfrage. Mit einem durchwachsenen Ergebnis: Nur sehr wenige der schriftlich befragten Mütter bestätigten einen Bedarf für mehr Betreuungsangebote.

Ausbau der Betreuungsangebote
Von der Sache überzeugt, ließ sich Ilse Mock aber nicht von ihrem Vorsatz abbringen. „Damals gab es 16 Pädagoginnen und Helferinnen in den Kindergärten. Seit der im September 2020 erfolgten Eröffnung der Kleinkindbetreuung im Bildungszentrum Hofen sind es rund 60 Personen“, verdeutlicht Mock, wie sehr sich die Betreuungssituation im Ort verbessert hat. Dazu noch ein Beispiel: Während früher in den Ferien mit zwei Kindergärtnerinnen und mit Freiwilligen der Frastanzer Vereine eine einzige Betreuungswoche angeboten werden konnte, gibt es heute in den Sommerferien nur noch zwei Wochen, in denen wirklich Pause ist. Auch für die anderen Kindergarten- und Schulferienzeiten gibt es für Eltern in Frastanz die Möglichkeit, ihre Kinder in Betreuung zu geben.

Für Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind und vor allem für Alleinerziehende – meistens Mütter - sind diese Angebote eine enorme Entlastung. Auch die Betreuung über Mittag und am Nachmittag - samt gesunder Kost aus der Küche des Sozialzentrums – wird gerne angenommen. Im „Panama“, das mit maßgeblicher Unterstützung der Marktgemeinde von der AQUA Mühle betrieben wird, gibt es seit 2011 für Kinder von einem bis zum zehnten Lebensjahr eine Ganztagsbetreuung.

Mit dem neuen Bildungszentrum Hofen, wo Kinder ab dem 18. Lebensmonat bis zum Ende der Volksschulzeit „unter einem Dach“ betreut und gefördert werden, ist das Betreuungsangebot ab dem heurigen Herbst noch einmal deutlich erweitert worden.

Integration und Austausch
Das Wohl der Kinder stand aber auch bei diversen Projekten zur Sprachförderung im Mittelpunkt der Überlegungen. Mit viel Engagement und Fachwissen der Mitarbeiterinnen in den Kinderbetreuungseinrichtungen werden Kinder mit Sprachdefiziten schon früh und gezielt gefördert: Eine entscheidende Basis für das Lernen in der Volksschule und die weitere schulische und berufliche Zukunft.

Das Sprachfördernetzwerk Frastanz war und ist ein äußerst wichtiges Projekt in der Kinderbetreuung und den Kindergärten. Das Projekt wurde mit viel Engagement von Bürgern und Pädagogen erarbeitet und ist auch in ständigem Austausch mit anderen Netzwerkgemeinden. Mit finanzieller Förderung vom Fonds Gesundes Österreich entstand das Projekt „Auf gesunde Nachbarschaft von Klein auf“. Ehrenamtliche Frauen – Familienlotsinnen - besuchen junge Familien, die ein Baby bekommen haben, und informieren über Angebote der Marktgemeinde für Familien. Oft können sie auch die Familien an verschiedene Stellen vermitteln, wenn zu irgendeinem Thema Hilfe gebraucht wird. „Außerdem ist geplant, dass neuzugezogene Familien besucht werden, um ihnen den Start in unserer Gemeinde einfacher zu machen“, erklärt Ilse Mock.

Fraschtner Treff
Dazu gehört auch der „Fraschtner Treff“, eine weitere Herzensangelegenheit von Ilse Mock. Junge Mütter und Väter werden hier regelmäßig eingeladen, bei interessanten Referaten und beim gemütlichen Hock Neues zu erfahren und sich kennenzulernen.

Renate Reisch und Fikriye Temizyürek leiten das Projekt ehrenamtlich und sprechen auch gezielt Frauen mit nicht deutscher Muttersprache darauf an: So ist der Fraschtner Treff auch Teil der Bemühungen um Integration, welche von Ilse Mock seit vielen Jahren auf diversen Ebenen vorangetrieben werden. Dazu gehört das Fest der Kulturen, das bei Schönwetter  im ebenfalls maßgeblich von Ilse Mock initiierten Gemeindepark stattfindet.

Internationales Kochbuch

Das Kochbuch „Frastanz bittet zu Tisch“ entstand ebenfalls rund um die Bemühungen zur Integration: In Frastanz lebende Personen aus 35 verschiedenen Herkunftsländern steuerten dazu ihre Lieblingsrezepte bei. Immer wieder wird zum gemeinsamen „Internationalen Kochabend“ in die Mittelschule geladen, wo dann unter Anleitung der jeweiligen Rezeptgeber aus diesem Kochbuch ein feines gemeinsames Abendessen zubereitet wird.

„Nach 25 Jahren ziehe ich mich aus der Gemeindepolitik zurück“, erklärt Ilse Mock. Sie freue sich darauf, mehr Zeit mit der eigenen Familie verbringen zu können - was in den vergangenen Jahren oft ein bisschen zu kurz gekommen sei. „Mir war aber wichtig, zu wissen, dass in Frastanz für Kinder, Familien, unsere Jugend und die Integration auch in Zukunft engagiert weitergearbeitet wird“, so Mock. Mit Gemeinderätin Michaela Gort, die in diese Projekte schon bisher gut eingebunden war, und den vielen anderen engagierten Mitgliedern der Gemeindevertretung aus allen Parteien sei das absolut gewährleistet, ist die Polit-Pensionärin überzeugt.

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