Einnahmen in Höhe von 25,50 Millionen Euro stehen Ausgaben von 25,35 Millionen Euro gegenüber. Was zunächst erfreulich wirkt, erweist sich beim genaueren Blick in den 257 Seiten umfassenden Voranschlag als finanzieller Balanceakt. Denn in den Einnahmen sind rund 3,5 Millionen Euro aus Grundstücksverkäufen enthalten. Das rechnerisch positive Gesamtergebnis ist somit nur durch den Verkauf von kommunalem Vermögen – dem sprichwörtlichen „Familiensilber“ – möglich geworden. „Die anhaltende Stagnation bei den Einnahmen sowie die von der Marktgemeinde kaum beeinflussbaren steigenden Ausgaben in allen Bereichen begleiten uns auch im Jahr 2026“, fasste Bürgermeister Gohm die Ausgangslage bei der Budgetpräsentation zusammen.
Die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde, die Ertragsanteile des Bundes, werden 2026 mit 7,89 Millionen Euro veranschlagt (zum Vergleich: 2022 waren es 7,7 Millionen Euro). Gleichzeitig steigen die größten Ausgabenposten weiter an: Die vom Land vorgeschriebenen Beiträge zum Sozialfonds (2,1 Millionen Euro) und zum Spitalsfonds (2,5 Euro) erhöhen sich trotz intensiv diskutierter Sparbemühungen um mehr als 300.000 Euro. Wo immer Einsparen möglich seien, wurden diese auch umgesetzt, betonte der Burgermeister. Dies sei bereits in der Vergangenheit so gehandhabt worden. „Ich danke allen Frastanzerinnen und Frastanzern, Interessengruppen sowie den Budgetverantwortlichen in der Verwaltung für ihr Verständnis, wenn Wünsche und Anliegen – auch wenn sie berechtigt sind – nicht oder nicht vollständig umgesetzt werden können.“
Investitionen und Förderungen
Gleichzeitig machte Bürgermeister Gohm klar, dass an wichtigen Investitionen, Zukunftsprojekten und steuernden Maßnahmen festgehalten werde. Insgesamt sind für 2026 Ausgaben in Hohe von 12,94 Millionen Euro für neue Infrastruktur und Instandhaltungen vorgesehen. Die größten Posten sind:
BIZ Fellengatter: 11,59 Mio. Euro
Straßeninstandhaltung: 435.000 Euro
Wasser & Abwasser: 370.000 Euro
Energiepark Untere Au: 223.000 Euro
Bauhof (Kubota): 100.000 Euro
Friedhof & Spielplätze: 70.000 Euro
Gehweg Gampelün/Rofel: 65.000 Euro
Darüber hinaus werden die Planungen zur Umgestaltung des Bahnhofs Frastanz zu einer modernen und barrierefreien Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs weitergeführt. Auch der Bürgerbeteiligungsprozess zur Zentrumsentwicklung wird fortgesetzt. Bestehende Gemeindeforderungen– für Vereine, Investitionen in CO2-reduzierende Anlagen sowie für Studierende mit Hauptwohnsitz in Frastanz – bleiben ebenfalls aufrecht.
Gebührenerhöhungen
Die Festlegung von Gebühren unterliegt gesetzlichen Vorgaben. Beiträge etwa für Müllentsorgung, Abwasserreinigung oder Trinkwasserversorgung sollen die tatsächlichen Kosten decken, die Gemeinde darf daraus jedoch keinen Gewinn erzielen. Vor diesem Hintergrund wurde für 2026 eine Erhöhung der Wasser-, Kanal- und Müllgrundgebühren um rund fünf Prozent beschlossen.
Personalkosten
Der Beschäftigungsrahmenplan weist für 2026 insgesamt 84,14 Vollzeitäquivalente aus. Diese werden von 121 Mitarbeitenden – 100 Frauen und 21 Männern – mit unterschiedlichen Beschäftigungsausmaßen ausgefüllt. Die Personalkosten steigen jährlich unter anderem durch die auf Bundesebene ausverhandelten Lohnabschlüsse. Für die nächsten drei Jahre ist im Durchschnitt eine Erhöhung von 1,5 Prozent pro Jahr vorgesehen. Insgesamt belaufen sich die Personalkosten für das Jahr 2026 auf 6,12 Millionen Euro und machen damit rund ein Viertel des Gesamtbudgets aus. Bemerkenswert ist, dass rund 52 Prozent dieser Kosten auf die elementarpädagogischen Einrichtungen entfallen – darunter Kinderbetreuung und Kindergarten. „Wir bekennen uns klar zu diesen Investitionen in die Unterstützung der Familien und in die bestmögliche Bildung unserer jüngsten Frastanzerinnen und Frastanzer“, unterstrich Bürgermeister Gohm.
In der abschließenden Budgetdebatte wurde das Bemühen gewürdigt, trotz schwieriger Rahmenbedingungen zentrale Projekte weiter voranzutreiben. Lob gab es zudem parteiübergreifend für die fachliche Expertise und die engagierte Arbeit der FLZ-Mitarbeiter Mag. Hakan Öztürk und Mag. Edgar Palm. Das Budget 2026 wurde von der Gemeindevertretung einstimmig angenommen. Einig waren sich die Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter auch im Bereich der Politikergehälter. Es wird für das Jahr 2026 auf Gemeindeebene keine Erhöhungen geben. Die Bezüge der politischen Mandatarinnen und Mandatare bleiben damit unverändert.
