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„Wer bin ich, wer bist du, wer sind wir?“

Die einwohnermäßig größte Gemeinde im Walgau steht für Diversität, was sich auch im Slogan „Frastanz – wo Vielfalt zuhause ist“ widerspiegelt. Passend dazu haben sich Jugendliche mit der Akzeptanz und Toleranz anderer Kulturen beschäftigt und sich mit der eigenen Identität auseinandergesetzt.

Gemeinsam haben die Offene Jugendarbeit Frastanz und Rankweil das Projekt „Identitätskrise – Wenn das Selbstbild mit dem Fremdbild nicht übereinstimmt“ umgesetzt. Im Mittelpunkt stand dabei die Identitätsfindung junger Menschen aller Kulturen. Hierfür beschäftigten sich die teilnehmenden Jugendlichen intensiv mit ihren eigenen Wertvorstellungen und deren Herkunft und lernten gleichzeitig fremde Kulturen und Religionen kennen.

Die beiden Vereine bildeten zu Beginn Jugendteams in den jeweiligen Jugendhäusern, die sich ein Jahr lang intensiv mit den Themen Identität, Radikalisierungsprozesse und Zugehörigkeit auseinandersetzten. Dazu wurden verschiedene Workshops und ein Hüttenwochenende umgesetzt. Themen, wie Selbst- und Fremdbild, die Definition der eigenen Identität sowie das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen wurden dabei behandelt und für die Jugendlichen erfahrbar gemacht.

Das Highlight des Projektes war der zweitägige „Blue Eyed Workshop“ unter der Leitung von Jürgen Schlicher von Diversity Works. Bei dem Selbsterfahrungsworkshop ging es um Diskriminierung, deren Hintergründe und welche Dynamiken daraus entstehen können. Die Jugendlichen wurden aufgrund ihrer Augenfarbe in „Braunäugige“ und „Blauäugige“ aufgeteilt. Die Gruppe der „Braunäugigen“ genoss dabei allerlei Privilegien, wie genügend Essen, warme Getränke und die Ankerkennung der Workshop-Leiter*innen. Wogegen die „Blauäugigen“ Diskriminierung auf allen Ebenen erfahren haben. Ihnen wurden aufgrund ihrer Augenfarbe grundlegende Rechte, wie zum Beispiel der Gang zur Toilette untersagt und sie wurden als unterlegen und minderwertig behandelt.

Die Jugendlichen konnten an dem Workshop-Wochenende am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, einer Gruppe zuzugehören, die Diskriminierung auf vielen Ebenen erlebt. In dem darauffolgenden Aufklärungsgespräch in der gesamten Gruppe unter der Leitung von Jürgen Schlicher und seinem Team, welches der Kernpunkt des Workshops war, wurden die Erfahrungen gemeinsam besprochen, die Hintergründe und das Ziel erklärt und gemeinsam evaluiert.

„Herkunft, Hautfarbe, Religion oder die Klamotten die du trägst - all das nutzten Menschen auch in Vorarlberg, um andere auszugrenzen - haben mir die Jugendlichen in dem Workshop erzählt. Ich glaube diejenigen, die am Workshop teilgenommen haben, werden das in ihrem Umfeld jedoch nicht mehr zulassen. Ich denke, dass die neue Generation noch mehr darauf achten wird, dass Sexismus und Rassismus künftig keine Chance mehr haben und ich freue mich, dass dieses wichtige Thema von den Jugendzentren und dem Land Vorarlberg so ernst genommen wird", so Jürgen Schlicher von Diversity Works.

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Jürgen Schlicher von Diversity Works.

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