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Neues Tabakmuseum in Frastanz

Am Samstag, dem 7. Oktober 2017, findet die „ORF-Lange Nacht der Museen“ in ganz Österreich statt. In der Vorarlberger Museumswelt in Frastanz öffnet an diesem Tag erstmals das neue Tabakmuseum.

In der neuen Schau wurde ein wichtiges Kapitel der Frastanzer Geschichte wissenschaftlich aufgearbeitet und für die Museumsbesucher interessant und nach neuesten Erkenntnissen der Museumspädagogik aufbereitet. Der Anbau von Tabak war nämlich im 17. und 18. Jahrhundert eine wichtige Lebensgrundlage für die Frastanzer Familien.


Es waren vermutlich Wanderarbeiter, welche Tabakpflanzen nach Frastanz brachten. Jedenfalls haben einige findige Köpfe deren Potenzial erkannt, den „Tabacco di Frastanza” wohl auch gut vermarktet und bis nach Mailand und Straßburg verkauft. Als 1828 das Tabakmonopol von den österreichischen Behörden eingeführt wurde, fand der Tabakanbau in Frastanz ein jähes Ende. Lediglich im Revolutionsjahr 1848 flackerte der Widerstand der Frastanzer Bauern gegen die Reglementierung von oben auf. Die Finanzer, die den Tabakanbau kontrollieren wollten, wurden von einer aufgebrachten Menge kurzerhand aus dem Dorf vertrieben. Die verstärkte Einquartierung von Militärtruppen in Frastanz war die staatliche Antwort auf die Unruhen.

Rund um den Tabakanbau in Frastanz gibt es viel zu berichten - und im neuen Tabakmuseum werden diese Geschichten äußerst spannend erzählt. „Der Tabakanbau hat als zweites wirtschaftliches Standbein in unserer Gemeinde fast 150 Jahre lang eine äußerst wichtige Rolle gespielt und die Entwicklung des Ortes entscheidend geprägt. Deshalb finde ich es mehr als richtig, dass auch diese Ära wissenschaftlich aufgearbeitet wird“, so Bürgermeister Mag. Eugen Gabriel.

Vom Rathaus in die Museumswelt
Die Sammlung an historischen Pfeifen von Alt-Bürgermeister Harald Ludescher bildete vor Jahren eine erste Grundlage für eine Dauerausstellung im Rathaus. Aufgrund seiner guten Kontakte zum Österreichischen Tabakmuseum (heute JTI Collection), bereichern besondere Stücke aus Wien die Frastanzer Ausstellung, die nun vom Rathaus in die Vorarlberger Museumswelt übersiedelt sind. Die Kuratoren Dr. Sabine Fellner und Mag. Georg Thiel haben den Aufbau des Tabakmuseums als Kuratoren begleitet und zusammen mit den Plänen von Architektin DI Ursula Ender umgesetzt. Ein Kernelement des Frastanzer Tabakmuseums bildet die „Vorsteherstube“, die nach Definition des Alt-Bürgermeisters Harald Ludescher als „Schaltzentrale des Frastanzer Tabaks“ gedient hat.

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