Katharina Grabher

Katharina Grabher

Katharina Grabher wuchs mit ihren Eltern und der jüngeren Schwester im Haus ihrer Großeltern an der Feldkircher Straße auf. Ihr Großvater Raimund Gassner führte ein Fahrradgeschäft, ihr Vater war Elektriker und in der unmittelbaren Nachbarschaft waren ihre Großonkel, Tischlerei Gassner und Elektro Gassner. Diese Handwerkerfamilien aus verschiedenen Branchen prägten sie, denn sie hatte schon als Kind den Hang zur Selbstständigkeit und zur genauen Arbeit. Sie verbrachte viel Zeit in der Werkstatt ihres Opas beim „Schrüfele dreia“ und lernte dabei Präzision, Beobachtung, Ausdauer und Geduld. Ihre Oma war eine unglaublich gute Köchin und perfekte Haushaltsmanagerin. Diese Fähigkeiten hat Katharina von ihr geerbt, wenn auch fürs große Kochen oft wenig Zeit bleibt.

Wechsel nach Wien
Nach dem Besuch der Pflichtschulen in Frastanz und Satteins wechselte sie ins Borg Feldkirch, wo sie maturierte. Anschließend begann sie das Studium zur Sozialen Arbeit an der Sozialakademie in Bregenz. Während des Studiums lernte sie auf einer Tagung in Salzburg ihren ersten Freund kennen und zog zu ihm nach Wien. Das letzte Studienjahr absolvierte sie an der Akademie für Sozialarbeit und schloss die Ausbildung mit dem Diplom ab. Ihre erste Arbeitsstelle fand sie in einem außerschulischen Jugendzentrum. Über Workshops mit Kindern und Jugendlichen kam sie mit dem Theater in Berührung. Daraufhin studierte sie Theaterwissenschaft in Wien und machte die praktische Ausbildung dazu.

Gründung „teatro caprile“
Vor 25 Jahren gründete Katharina Grabher mit Andreas Kosek und Mark Német das „teatro caprile“ in Vorarlberg. „Teatro caprile“ ist eine freie Theatergruppe. Ein Markenzeichen ist die Fähigkeit aus einem Minimum an Mitteln dichte und außergewöhnliche Theaterinszenierungen zu schaffen. Dabei werden die Inszenierungen, an den jeweiligen Spielort angepasst, um somit aus fast jedem Ort einen perfekten Theaterraum schaffen können.

Am Anfang wurden sehr viele Produktionen in Wien inszeniert und gespielt. Der Kontakt zu Vorarlberg wurde jedoch nie abgebrochen, fast alle Stücke wurden auch im Ländle aufgeführt. 2013 kam es zu der ersten Kooperation mit dem Montafon Museum und dem Landesmuseum. Es folgten weitere Kooperationen mit Montafon Tourismus und die letzte Kooperation entstand 2018 mit der Vorarlberger Museumswelt in Frastanz. Die erste Inszenierung mit dem Montafon Museum war das Stück „Auf der Flucht“, die Inszenierung thematisiert Flüchtlingsbiographien aus der NS-Zeit. Diese Theaterwanderung wird heute noch jedes Jahr an ausgewählten Wochenenden im Juli, August und September gespielt, so auch wieder 2019.

Es folgten weitere Inszenierungen, wie zum Beispiel „Der Fall Riccabona“, Szenen einer Familiengeschichte, und über Rudolf Wacker „Ein Künstlerleben in der ersten Republik“. Im November 2018 fand erstmalig in der Vorarlberger Museumswelt in Frastanz die Aufführung „Der erste große Krieg – die letzten Tage der Menschheit“ statt. Mit diesem Stück war die Theatergruppe auch in Istanbul, Brüssel, Georgien, im Iran und in Deutschland.

Zurück zu den Wurzeln
Obwohl Katharina Grabher noch in Wien lebt, hat sie immer einen starken Bezug zu Vorarlberg, zum Montafon und zu ihrer Heimatgemeinde Frastanz und plant nun auch ihre Rückkehr ins Ländle. Es war für sie eine Form der Heimkehr und des Ankommens als sie in der Museumswelt Frastanz gespielt hatte. Sie ist dankbar für die ausgezeichnete Unterstützung des Museums, für das soziale Netz hier in Frastanz, die ihre betagten Eltern gut betreuen, und sie liebt es mit ihrem Lebenspartner Mark auf der Bazora Schi zu fahren und danach in der Schihütte einzukehren.

Redaktion in Frastanz/Marlies Madlener

Termine:
Am 5., 6., 8. und 9. Februar 2019 findet die Wiederaufnahme der Vorstellung „Rudolf Wacker ein Künstlerleben in der ersten Republik“ im Vorarlberg Museum Bregenz statt.

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