Gampelün

Gampelün ist eine Besonderheit, bildet diese Parzelle doch eine Enklave im Nenzinger Gemeindegebiet.

In den Frastanzer Urkunden scheint der Name "Gampelü" erstmals im Jahre 1365 auf. Wieso Gampelün zu einer Enklave mitten im Nenzinger Gemeindegebiet wurde, ist bis heute nicht genau geklärt. Laut Dr. Elmar Schallert könnten es steuer- oder besitzrechtliche Gründe gewesen sein. Vielleicht übernahmen die Bewohner von Gampelün und Bardella freiwillig Beitragszahlungen bei einem früheren Kirchenbau in Frastanz.

Gampelün liegt südöstlich von Frastanz auf Hangterrassen in ca. 700 m Seehöhe. Es umfasst die Ortsteile Winkel, Oberes Gampelün, Rofel, Kosa, Bardella, Anderhalden und Galätscha. Seine Fläche beträgt 150 ha 93 ar.

Die Erstbesiedlung geschah durch Rätoromanen, worauf viele Flurnamen deuten (z.B. Fäscha, Rofel, Lasch, Mottabella, Gaschirr). Im späten Mittelalter waren es auch Walser, die sich hier niederließen.

Besonders erwähnenswert ist die Gampelüner Kapelle, erbaut 1901 anstelle eines früheren Bildstocks, der sich großer Beliebtheit erfreut hatte. Sieben Bauern aus der Nachbarschaft haben dabei die meisten Spenden für diese Lourdes-Kapelle aufgebracht.

In den letzten Jahrzehnten ist Gampelün zu einer begehrten Wohngegend geworden, was die folgenden Zahlen deutlich belegen. Laut Volkszählung vom 10. Oktober 1967 gab es damals im gesamten Gebiet von Gampelün 36 Häuser mit 43 Haushalten. Die Einwohnerzahl betrug 170 Personen. Demgegenüber werden mittlerweile über 62 Häuser mit rund 230 Personen gezählt.

Blickt man von Gampelün in die Runde, so sieht man ringsum einen Kranz von Bergen. Mit Gampelün als Ausgangspunkt können sehr schöne Wanderungen und Spaziergänge unternommen werden. Verloren gegangen sind jedoch teilweise verschiedene Geh- und Wegerechte, die querfeldein Gehöfte oder Ansiedlungen miteinander verbunden haben. In Gampelün finden sich noch recht viele schützenswerte Magerheuwiesen und Hangmoore. Als Kleinod könnte das "Kosaseele" bezeichnet werden, welches sich von Zeit zu Zeit mit Wasser füllt. Ebenso ist das "Bächle", das Gampelün in Süd-Nord-Richtung größtenteils naturbelassen durchfließt, etwas Wunderbares. Tiefer unten bekommt es auch einen Namen: "Roßniserbächle". Gampelün hat im Laufe der Jahre eine ganze Reihe Ordensleute und Priester hervorgebracht, ebenso war es ein Domizil kulturell schaffender Menschen, was darauf zurückzuführen sein könnte, dass diese Parzelle eine gewisse Ruhe und Naturnähe vermittelt sowie auch das Gefühl der Beheimatung und der Eigenständigkeit.

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